Der Lebenslauf

  • Bei der Erstellung Ihres französischen „Curriculum Vitae“ (CV) sollten Sie darauf achten, dass es weder einer Überschrift (Lebenslauf) noch einer Unterschrift bedarf.
  • Ein Foto kann, muss aber nicht vorhanden sein.
  • Ihre persönlichen Fähigkeiten und Qualifikationen sollten aus dem Lebenslauf hervorgehen. Beschränken Sie sich möglichst auf 1 Seite, maximal 2 DIN A4 Seiten, wenn Sie viele Jahre Berufserfahrung haben.
  • Jeder Lebenslauf beginnt mit den persönlichen Daten: Name, Adresse, Telefon, E-Mail-Adresse, gerne auch einem Link zu Ihrem LinkedIn-Profil. Achten Sie darauf, eine möglichst neutrale Mailadresse anzugeben und bei der Telefonnummer einen seriösen Ansagetext auf dem Anrufbeantworter einzurichten (und diesen auch regelmäßig abzuhören).
  • Daraufhin folgt eine kurze Zusammenfassung Ihrer Schulbildung und Berufserfahrung. Der französische Lebenslauf verläuft chronologisch rückwärts, d.h. man beginnt mit der zuletzt ausgeübten Tätigkeit / Ausbildung. Vermeiden Sie Abkürzungen, die möglicherweise Fachkenntnisse erfordern. Bei der Schulbildung können auch die Abschlussfächer und die entsprechenden Noten angegeben werden. Durch die elitäre Bildungsstruktur ist in Frankreich die Reputation der Hochschule sehr wichtig. Vor allem besondere Leistungen, wie Auslandsaufenthalte oder Auszeichnungen sollten Sie erwähnen, um Ihrem Lebenslauf Persönlichkeit zu verleihen.
  • Vermeiden Sie es, allgemein gültige Lebensläufe zu verschicken und passen Sie den jeweiligen Lebenslauf an das Unternehmen an, bei dem Sie sich bewerben. Solche „personalisierten“ Lebensläufe haben mehr Aussicht auf Erfolg, da ein zielgerichteter CV zeigt, dass Sie sich mit dem Unternehmen, seiner Strategie, seinen Produkten oder Dienstleistungen und Werten auseinandergesetzt haben.
  • Geben Sie Fremdsprachenkenntnisse am besten nach dem Europäischen Referenzrahmen an und verdeutlichen, wie Ihre Kenntnisse mündlich, schriftlich und im Lese- und Hörverstehen sind.
     
  • Sie finden eine Orientierungshilfe/Vorlage des „Europäischen Lebenslaufs“ unter europass-info.de .

Weitere Infos sowie Musterlebensläufe finden Sie unter: CV, lettre de motivation, entretien : nos conseils pour réussir votre candidature - L'Etudiant       



Online-Bewerbung:

  • In Zeiten des Internets, wird die Bewerbung meist per Mail oder per Online-Bewerbungsformular des Unternehmens verschickt. Nichtsdestotrotz sollte man die E-Mail sorgfältig formulieren, indem man auf die Anlagen verweist (Bewerbungsschreiben + Lebenslauf) und eventuell eine Signatur erstellt, um auf Ihre Kontaktdaten hinzuweisen.
  • Schicken Sie keine Abschlusszeugnisse mit Ihrer Bewerbung mit. Ihre Kenntnisse werden direkt im Bewerbungsgespräch geklärt. Arbeitszeugnisse wie in Deutschland üblich gibt es in Frankreich nicht und würden als Anlage nur für Verwirrung sorgen.
  • Als Alternative können Sie einen Kontakt Ihres früheren Arbeitgebers angeben, damit der Recruiter bei Bedarf dort Informationen über Ihre Arbeitsweise einholen kann. Vergessen Sie nicht, der Referenz Bescheid zu geben, damit diese sich auf den möglichen Anruf vorbereiten kann.
  • Denken Sie daran, Ihre Anlagen deutlich zu benennen, Z. B. „CV Vorname Nachname Jahr“. Die versendete Datei sollte möglichst nicht grösser als 150 KB sein.
  • Zur Sicherheit können Sie bei dem Mailversand Ihrer Bewerbung Optionen wie z.B. eine Lesebestätigung oder den Wichtigkeitsgrad verwenden. So schnell eine Mail verschickt werden kann, so schnell können Sie auch eine Antwort erhalten. Falls Sie nach 2-3 Wochen weder eine schriftliche noch telefonische Antwort erhalten haben, können Sie bei der Firma anrufen und sich über den aktuellen Stand informieren.

 

Anerkennung von Abschlüssen:

Berufe wie Ärzte, Krankenpfleger, Zahnärzte, Hebammen, Tierärzte, Apotheker, Architekten welche staatlich anerkannt werden und somit an eine Richtlinie gebunden sind, wird der Abschluss in anderen EU-Staaten voll anerkannt. 
Bei Berufen im Gesundheits- und Rechtswesen, im Bauwesen, im Verkehrswesen die nicht an eine sektorale Richtlinie gebunden sind, benötigt man die Anerkennung des Diploms durch eine offizielle Stelle. Auf der Internetseite www.bibb.de finden Sie eine Liste deutscher Ausbildungsberufe/-profile und deren offizielle Übersetzung ins Englische und Französische.
Weitere Informationen zur Anerkennung akademischer Berufe in Frankreich erhalten Sie auf der Internetseite des Ministère de l’Education nationale.


Praktika:

Praktika sind in Frankreich weniger üblich als in Deutschland. Die französischen Studenten absolvieren meistens nur ihr Pflichtpraktikum, welches in vielen Studiengängen vorgesehen ist. Der französische Arbeitsgeber reagiert also eher verwundert, wenn ein deutscher Student oder Abiturient freiwillig ein Praktikum absolvieren möchte.

Dadurch ergibt sich die Frage, wer die Versicherungsformalitäten übernimmt. In Frankreich wird das üblicherweise durch eine sogenannte CONVENTION DE STAGE, eine vertragliche Vereinbarung zwischen dem Studenten, seiner deutschen Universität und seinem französischen Arbeitsgeber, abgeklärt. Somit ist der französische Arbeitgeber von der Versicherungslast befreit und kann problemlos den deutschen Studenten aufnehmen. Die Universität kommt meistens für eine Freizeitversicherung auf, alle weiteren Versicherungen wie die Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung müssen privat abgeschlossen werden.

Für Abiturienten, die 18 Jahre alt sind, aber noch nicht an einer Universität eingeschrieben sind, kann das Deutsch-Französische Jugendwerk die Rolle der Universität übernehmen und diesen Vertrag als Partei unterzeichnen. Dies gilt auch für alle anderen Bewerber, die nicht über eine Convention de Stage verfügen.

Praktika mit einem deutsch-französischen Profil finden Sie auch auf unserer Plattform Ecoles-Entreprises.